Gaël de Maisonneuve, französischer Generalkonsul, ist seit 2024 Ehrenmitglied in unserem Verein.
Was bedeutet es für Sie, Teil dieser Vereinigung zu sein – jenseits der Aufgaben und Projekte?
Diese Vereinigung, deren Ehrenmitglied ich mich seit 2024 mit großer Ehre nennen darf, spielt eine vorbildliche Rolle bei der Annäherung an das Kulturerbe auf europäischer Ebene, da sie dynamisch, menschlich, grenzüberschreitend und lebendig ist, weit darüber hinaus, dieses Erbe sichtbar und zugänglich zu machen. Ich muss übrigens sagen, dass ich bei meiner Ankunft die Biografie von Heinrich Schickhardt, den man oft als den „schwäbischen Leonardo da Vinci“ bezeichnet, noch nicht kannte. Gegründet 1998, vereint sie heute fast 28 Städte und 9 Verbände, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland, aber auch in der Schweiz, in Goumois. Es war mir eine Freude, meinem Schweizer Kollegen in Stuttgart diese kreative und mehrsprachige Persönlichkeit vorzustellen. Die Spuren Schickhardts in Freudenstadt, Montbéliard und Riquewihr zu entdecken, waren für mich eine Quelle der Bewunderung, da sie das heutige Europa ohne Grenzen bereits vorwegnehmen.

Die Spuren Schickhardts (…) zu entdecken waren für mich eine Quelle der Bewunderung …
Welche Parallelen sehen Sie zwischen der Zeit Schickhardts und den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen?
In Bezug auf die aktuelle europäische Dimension der Schickhardt-Route reagiert diese auf sehr aktuelle Weise auf die europäischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kulturellen Zusammenarbeit und Weitergabe. Die bereits ferne Zeit dieser fruchtbaren Renaissance, die im Hinblick auf die Beschleunigung des Ideenaustauschs durch die im rheinischen Raum so tief verwurzelte humanistische Philosophie so nah ist und bereits die Aufklärung ankündigt, kann nur ein Sprungbrett für unser heutiges Europa sein, das mit vielen Herausforderungen konfrontiert ist!
Wenn Sie Heinrich Schickhardt heute treffen könnten, worüber würden Sie mit ihm sprechen?
Sicherlich über sein bereits meisterhaftes Werk, das mit dem von Leonardo da Vinci verglichen wurde! Aber auch über die enormen Fortschritte, die er in Bezug auf so viele städtebauliche, architektonische Werke und wesentliche technologische Verbesserungen gebracht hat. Selbstverständlich würde ich mit ihm auch über die immensen Fortschritte sprechen, die bei der Annäherung zwischen den beiden Rheinufern seit der fernen und oft tragischen Ära der Kriege und Konflikte erzielt wurden… Dass das Europa, das er so viel bereist hat, vom Württemberg über das Elsass bis nach Italien, immer noch und weiterhin auf dem Weg zu mehr Einheit und Frieden ist…
