Im Württemberg des 17. Jahrhunderts – zur Zeit Heinrich Schickhardts – prägten Gulden und Kreuzer den Alltag. Doch wie viel wären diese historischen Münzen heute wert?
Der Gulden: Das Herzstück der Löhne
Ein Gulden entspräche heute etwa 10–15 Euro, je nachdem, ob man damit Brot, Handwerkerlöhne oder Luxusgüter bezahlt. Für einen qualifizierten Handwerker war ein halber Gulden pro Tag (also 5–7,50 Euro) ein typischer Lohn. Einfache Arbeiter verdienten oft nur 8 Gulden im Monat (ca. 80–120 Euro), inklusive Verpflegung und Unterkunft.
Zum Vergleich: Ein Paar Schuhe oder ein Herrenanzug kostete damals mehrere Gulden – je nach Qualität ein kleines Vermögen.
Der Kreuzer: Die Münze des kleinen Alltags
1 Gulden teilte sich in 60 Kreuzer. Ein Kreuzer entsprach also etwa 17–25 Cent heute. Damit ließ sich zum Beispiel:
Eine einfache Mahlzeit für 12 Kreuzer (ca. 2–3 Euro) bezahlen,
oder die Miete für ein Pferd im Stall für 1 Kreuzer (ca. 20 Cent) begleichen.
Warum die Umrechnung schwierig ist
Die Kaufkraft hing stark von Region, Beruf und sozialem Status ab. Während Grundnahrungsmittel wie Brot oder Fleisch für viele erschwinglich waren, kosteten Luxusgüter wie Seide oder Kunsthandwerk ein Vielfaches eines Monatslohns.
Fazit für Württemberg im 17. Jahrhundert
Ein Gulden hatte etwa die Kaufkraft von 10–15 Euro heute, ein Kreuzer von 17–25 Cent. Wer damals einen Gulden besaß, konnte sich damit etwa 10 kg Brot oder einen Tag Handwerkerarbeit leisten – heute wäre das ein kleines Mittagessen oder ein paar Stunden Mindestlohn.
