Drei Fragen an Oberbürgermeister Nicolai Reith

Nicolai Reith ist Oberbürgermeister von Herrenberg, der Geburtsstadt von Heinrich Schickhardt.

Herr Oberbürgermeister, könnten Sie uns bitte Ihre Stadt vorstellen, den Geburtsort des berühmten Architekten Heinrich Schickhardt?

Herrenberg ist eine lebendige historische Fachwerkstadt am Rande des Naturparks Schönbuch und inmitten einer wirtschaftsstarken Region. Unsere Stadt verbindet auf besondere Weise Geschichte und Kultur mit moderner Stadtentwicklung. Herrenberg ist familienfreundlich, verfügt über eine vielfältige Kulturszene und mit über 300 Vereinen über ein großartiges ehrenamtliches Engagement.

Besonders stolz sind wir darauf, die Geburtsstadt Heinrich Schickhardts zu sein. Als bedeutender Baumeister der Renaissance hat er ein außergewöhnliches architektonisches und kulturelles Erbe hinterlassen. Sein Wirken reicht weit über Herrenberg hinaus und verbindet bis heute Regionen und Städte in Deutschland und Frankreich. Unsere Mitgliedschaft in der Europäischen Kulturstraße Heinrich Schickhardt ist daher für uns Ausdruck der Verantwortung, dieses gemeinsame Erbe zu bewahren.

Nicolai Reith, Foto: Tatjana Vecsey

Das gemeinsame Netzwerk eröffnet zugleich viele Möglichkeiten für neue Kooperationen, gegenseitige Besuche und gemeinsame kulturelle Projekte. Herrenberg ist sehr gerne Teil dieser europäischen Gemeinschaft.

Was halten Sie von unserer Tätigkeit, unseren Aktionen und unserem Engagement für die deutsch-französische kulturelle Entwicklung?

Ich habe mich sehr über den Besuch Anfang Februar und den offenen, angenehmen Austausch sowie die herzlichen Begegnungen gefreut. Solche persönlichen Begegnungen zeigen, wie lebendig das Netzwerk der Europäischen Kulturstraße Heinrich Schickhardt ist und wie viel aus dem gemeinsamen Interesse an Geschichte und Kultur entstehen kann.

(Anmerkung Redaktion: Siehe verlinkten Beitrag)

Das Engagement Ihres Vereins trägt dazu bei, das Wirken Heinrich Schickhardts sichtbar zu machen, regionale Geschichte verständlich zu vermitteln und Menschen über Grenzen hinweg miteinander ins Gespräch zu bringen. Geschichte wird dadurch nicht nur bewahrt, sondern lebendig und unmittelbar erfahrbar.

Heinrich Schickhardt ist dabei eine verbindende Persönlichkeit. Sein Leben und sein Werk stehen beispielhaft für einen kulturellen Austausch, der bereits vor Jahrhunderten keine Landesgrenzen kannte. Die Europäische Kulturstraße knüpft daran an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft und zum europäischen Gedanken der Völkerverständigung.

Das gemeinsame Netzwerk eröffnet zugleich viele Möglichkeiten für neue Kooperationen, gegenseitige Besuche und gemeinsame kulturelle Projekte. Herrenberg ist sehr gerne Teil dieser europäischen Gemeinschaft. Wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und unser gemeinsames kulturelles Erbe auch für kommende Generationen erlebbar zu machen.

Im Jahr 2028 feiert Ihre Stadt ihr 800-jähriges Jubiläum – ein bedeutendes Ereignis! Welche gemeinsamen Aktionen würden Sie in diesem Zusammenhang mit der Europäischen Kulturstraße in Planung nehmen?

Unser 800-jähriges Stadtjubiläum bietet eine wunderbare Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit der Europäischen Kulturstraße sichtbar zu machen und das europäische Erbe Heinrich Schickhardts besonders in den Mittelpunkt zu stellen. Denn wer könnte die Verbindung von Herrenberger Stadtgeschichte und europäischem Austausch besser verkörpern als dieser herausragende Sohn unserer Stadt?

Ein wichtiger Baustein wird die Jahreshauptversammlung der Europäischen Kulturstraße Heinrich Schickhardt sein, die wir im Jubiläumsjahr in Herrenberg ausrichten möchten. Sie soll Raum für Begegnung, fachlichen Austausch und die weitere Bekräftigung unseres europäischen Netzwerks bieten.

Heinrich Schickhardt, der häufig als „schwäbischer Leonardo da Vinci“ bezeichnet wird, soll im Jubiläumsprogramm einen besonderen Platz erhalten. Dabei möchten wir nicht nur sein persönliches Wirken, sondern auch die Geschichte und Bedeutung der gesamten Familie Schickhardt beleuchten. Anlässlich seines Geburtstags am 5. Februar 2028 sind ein Fachvortrag und ein thematischer Stadtrundgang auf seinen Spuren vorgesehen. Ich freue mich schon heute sehr darauf!

Gemeinsam mit unseren aktuell im Bau befindlichen Museum im Fruchtkasten möchten wir darüber hinaus am 5. Februar eine jährlich wiederkehrende Veranstaltungsreihe etablieren – beispielsweise mit Vorträgen, Lesungen oder Konzerten. Auch eine Sonderausstellung zu bedeutenden Herrenberger Persönlichkeiten ist im Gespräch. Heinrich Schickhardt würde darin selbstverständlich eine zentrale Rolle spielen. Unabhängig vom Jubiläumsjahr wird er zudem in der Dauerausstellung und in den digitalen Medienstationen des Fruchtkastens berücksichtigt.

Besonders schön ist, dass auch der Kulturkreis Herrenberg als weiteres Mitglied der Europäischen Kulturstraße eine Studienreise von Herrenberg nach Montbéliard auf den Spuren Schickhardts plant. Ergänzende Vorträge und kulturelle Formate sollen das Programm abrunden. So kann das Jubiläum nicht nur ein Rückblick auf 800 Jahre Herrenberg werden, sondern zugleich ein starkes Zeichen für die verbindende Kraft von Kultur und für ein gemeinsames Europa.

Siehe Beitrag Besuch der Europäischen Kulturstraße in Herrenberg


Photo Tatjana Vecsey